Ausstellung
Architektur in Palästina 1918 – 1948
Deutschsprachige jüdische Architekten beim Aufbau Eretz Israel
Deutschsprachige jüdische Architekten, die zu einem großen Teil bereits in der Weimarer Republik architektonische Spuren hinterlassen haben, wirkten nach Flucht und Emigration mit beim Aufbau von Eretz Israel. Die Ausstellung "Architektur in Palästina" veranschaulicht ihre Tätigkeit im Zeitraum 1918 – 1948.
Über dreißig Jahre hinweg werden ihre architektonischen Konzepte und Problemlösungen für Städtebau und Ansiedlungen, für öffentliche Bauten und Synagogen, für genossenschaftliche und landwirtschaftliche Bauten, Wohnsiedlungen wie für Mehr- und Einfamilienhäuser dargestellt. Nach der Gründung des Staates Israel erhielten einige dieser Architekten allerdings keine Aufträge mehr, andere emigrierten erneut. Die deutsche Kultur war verpönt, gleichwohl bleiben die meisten Professoren am Technion Haifa, an dem die israelischen Architekten ausgebildet wurden, "Träger der deutschen Baukultur".
Die israelische Architektin Dr. Myra Warhaftig (1930 – 2008) hat sich mehrere Jahrzehnte mit dem Schicksal deutschsprachiger jüdischer Architekten beschäftigt. Ihr monumentales Lexikon "Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933" legte 2005 die Grundlagen für die vertiefte Auseinandersetzung mit diesem wenig beachteten Aspekt des jüdischen Beitrags zur deutschen Kultur und verdeutlicht den Verlust, der durch die nationalsozialistische Verfolgung, Vertreibung oder Ermordung zu verzeichnen war und ist.
Ort: Celler Synagogoe, Im Kreise 24